Bürgerschützengesellschaft Warstein e.V.
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Die Entwicklung im 20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 kam das neue Bürgerliche Gesetzbuch heraus. Für den Verein bedeutete dies eine Änderung im juristischen Sinne. Aus einem Verein mit Korporationsrechten wurde der eingetragene Verein. Deshalb mußten in diesem Jahr die Statuten überarbeitet und der neuen Gesetzeslage angepaßt werden. Der Vorstand bestand jetzt aus einem Oberst, einem Hauptmann und vier Beisitzern. Im gleichen Jahr erwarb der Verein von der Stadt das Grundstück, auf dem die Schützenhalle erbaut worden war.

Folgende Vorstandsmitglieder werden 1901 genannt: Fritz Bönner (Vorsitzender), Josef Bönner (sein Stellvertreter), Josef Frensel, Klemens Menke, Ferdinand Brüggemann und Peter Struif. 1905 wird Carl Göke als Vorsitzender genannt und 1908 wird Direktor (der Hüttenwerke) Josef Meschede zum Oberst gewählt. Mit Beginn des I. Weltkrieges kommt die Vereinstätigkeit zum Stillstand. Die Schützenhalle wird an die Stadt verpachtet und dient dieser als Turnhalle. 1917 wird der Keller der Halle zum Rübenkrautherstellen benutzt.

Nach dem Krieg wird der Kaufmann Bernhard Peters zum Oberst gewählt. Nach dem verlorenen Krieg brechen schwere Zeiten für die Bevölkerung und für den Verein an. Viele Schützenbrüder sind nicht aus dem Krieg zurückgekehrt, die Halle ist in einem erbarmungswürdigen Zustand, denn durch die Nutzung als Krautküche hat der Fußboden starken Schaden genommen. Die Stadt erklärt sich schließlich bereit, die von ihr zu verantwortenden Schäden in Höhe von 18.000 Mark zu ersetzen.

1927/28 wird der kleine Saal fertiggestellt. Dies ist in der nun wirtschaftlich nicht gerade rosigen Zeit eine schwere Belastung für den Verein. Immer wieder findet sich in den Protokollen der Vorstandssitzungen und Generalversammlungen der Hinweis auf die schwierige finanzielle Lage des Vereins. So betrugen die Defizite in der Kasse 1930: 1200 RM, 1931: 2000 RM, 1932: 3000 RM. Sonderbeiträge sollen nun helfen, die Salden auszugleichen. Nicht zuletzt deswegen sinkt aber die Mitgliederzahl des Vereins von 712 auf 650. Der an die Macht gekommene Nationalsozialismus vereinnahmt nun auch die Schützenvereine, die im Zuge der Gleichschaltung zwangsweise Mitglied im NS - Reichsbund für Leibesübungen werden.

1938 wird beschlossen, daß die Offiziere statt der bisher üblichen Kappen Hüte tragen sollten.. Außerdem wird ein neuer Kugelfang an der Vogelstange angebracht.

1939 wird ein schwarzes Jahr für die Bürgerschützengesellschaft, der Verein wird aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Entgegen einer Verfügung der Gestapo in Dortmund hatten einige Offiziere in Uniform und mit Degen und Schärpe an der Pfingstmontagsprozession teilgenommen. Der Verein geht in Liquidation und erhält sein Vermögen erst nach dem Krieg zurück. Einen weiteren herben Rückschlag erhält der Verein, als in der Nacht vom 22. auf den 23. März 1945 die Schützenhalle  durch ein Feuer völlig zerstört wird. Wahrscheinlich hatten SS - Leute Feuer gelegt, um die in der Halle untergebrachten französischen und russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter umkommen zu lassen.. Gott sei Dank können sich aber alle Menschen aus dem Inferno retten. Innerhalb weniger Stunden ist das Werk von Generationen zerstört worden, und der Verein steht vor dem Nichts.

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