Bürgerschützengesellschaft Warstein e.V.
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Alter der Warsteiner Bürgerschützengesellschaft e.V.

Wie bei allen frühen westfälischen Schützengesellschaften findet sich auch bei der Bürgerschützengesellschaft Warstein keine Urkunde, die die Gründung oder Aufrichtung der Gesellschaft bezeugt. Eine seriöse Altersbestimmung kann sich aber nur auf schriftliche Zeugnisse und Überlieferungen stützen, auch wenn klar ist, daß das wahre Alter der Schützengesellschaft weit höher anzusetzen ist. Die Warsteiner Bürgerschützen berufen sich bei ihrer Altersbestimmung auf eine Urkunde aus dem Jahre 1621 im Warsteiner Stadtarchiv. In dieser Urkunde wird dem "ehrengeehrten Schutten broder" Balthasar Deißberg eine schuld von 20 Reichsthalern verschrieben.  Diese Urkunde ist im vollständigen Wortlaut in der "Chronik der Bürgerschützengesellschaft Warstein" wiedergegeben. Sie ist das älteste bekannte schriftliche Zeugnis, das auf das Bestehen einer Schützengesellschaft in Warstein hindeutet. Aus zeitlich früher datierten Dokumenten unserer Nachbargemeinden erfahren wir über die Existenz dortiger Schützengesellschaften und -bruderschaften. So werden Rüthen (1447) Belecke (1448), Brilon (1417) und Kallenhardt (1558) erstmalig erwähnt, und es ist sicherlich nicht falsch, wenn wir auch Warstein in diese Reihe einordnen. Leider ist aber durch das Fehlen entsprechender Schriftstücke ein solcher Nachweis nicht möglich.

Noch etwas muß am Anfang dieser Festschrift erörtert werden: Ist die Bürgerschützengesellschaft Warstein e.V. 375 Jahre alt? Diese Frage muß eindeutig verneint werden. Unsere heute existierende Bürgerschützengesellschaft ist erst am 16. Juni 1949 gegründet bzw. wiedergegründet worden, nachdem sie 1939 von den Nationalsozialisten aufgelöst worden war. Aber es kann kein Zweifel daran bestehen, daß über Jahrhunderte hinweg eine geschichtliche Kontinuität im Warsteiner Schützenwesen festzustellen ist. Der Volkskundler Sauermann hält es für „historisch nicht gerechtfertigt, wenn die heutigen Schützenvereine ihre Gründungsdaten über eine Zeit vor 1815 hinaus zurückversetzen. Die Schützenvereinigungen vor dieser Zeit unterscheiden sich grundlegend von denen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert herausbildeten.“ Der Hinweis auf den Unterschied ist natürlich richtig, aber ohne die jeweiligen Vorgängerorganisationen hätten sich nicht die heutigen Schützengesellschaften und Schützenbruderschaften bilden können. Somit läßt sich sicherlich mit Recht der Bogen von den mittelalterlichen Verteidigungsorganisationen zu den heutigen Schützenvereinen spannen. Alle Schützenvereinigungen halten es zur Zeit so, daß sie die erste Erwähnung des Schützenwesens in ihrer Gemeinde oder Stadt zum Anlaß für ihre Jubiläumsfeierlichkeiten nehmen. Und deshalb können auch die Bürgerschützen in Warstein dieses Recht für sich in Anspruch nehmen und stolz darauf sein, einem der ältesten Vereine der Stadt Warstein anzugehören und 1996 das Jubiläum zum 375. Bestehen zu feiern.

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